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Sonntag, 5. September 2010

Wir sind hochgerüstet, wütend und geben bisherige Tabus auf

Brennende Moscheen in Tennessee, koranverbrenndende Kirchen in Florida, Proteste gegen Moscheen in New York, verbotene Minarette in der Schweiz und zum Teil auch Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab". Sind das die Anfänge einer Antwort auf die Auswüchse des radikalen Islams? Beginnen jetzt die fanatischen Chisten nun eine Jagd auf alles was muslimisch ist, aufgescheucht von fanatischen Moslems?
Seit Jahren haben wir (der Westen) schon einen militärischen Fuß im nahen Osten und versuchen offiziell einen "humanen Krieg" zu führen (sofern man den Mut fand es Krieg zu nennen). Man wollte Retter der Zivilbevölkerung sein und Frieden bringen, doch man wunderte sich, als plötzlich gezielt Taliban getötet wurden.
Jetzt jedoch entwickeln sich gerade die Taliban zum Feindbild; man spricht sogar gern von "dem Taliban", wie einst von "dem Franzosen", "dem Deutschen", oder "dem Juden". Langsam ist man frustriert mit den Aufständischen.
Da Taliban ja Islamisten im eigentlichen Sinne sind, liegt es für einige nah den Islamismus als Islam anzusehen und Islam mit Terror und Misswirtschaft gleichzusetzen. In Amerika läuft dieser Prozess natürlich schneller, da man dort ähnliche Abläufe nicht so nah erlebt hat wie in Europa.
Jetzt scheint es für mich so, als habe man im Westen genug von dem als heuchlerisch empfundenen Krieg und den Feinden. Wer das ist wird möglicherweise gerade aus den Augen verloren und mach christlicher Fundamentalist macht aus dem Moslem den Islamisten und Terroristen. Bisher waren diese Fundamentalisten für uns Taliban mit AK's auf Motorrädern, doch was passiert, wenn die neuen Fundamentalisten Fanatiker mit Panzern, Drohnen, Interkontinentalraketen und hochgerüsteten Armeen sind, die überall auf der Welt ihre Ziele durchsetzen können? Bisher waren die Unterdrücker auf ein Gebiet limitiert und konnten nur mit schmerzhaften Nadelstichen nach außen drängen. Die neuen, potentiellen (von mir an die Wand gemalten) Unterdrücker können mehr, sobald sie ihre bisherige Moral über Bord werfen und einen "richtigen" Krieg gegen ihre Gegenideologie beginnen.

Samstag, 10. Juli 2010

Von Triangulierung, hoher Mathematik und gutem Essen

Vom 30.6 bis zum 2.7 war ich in Saarbrücken am Max Planck Institut für
Informatik im Rahmen der "Forschungstage Informatik" des
Bundeswettbewerbs Informatik. Das klingt jetzt nach viel Informatik,
war aber eher Mathe (also doch Informatik). Der vorherige Satz ist
noch ein Verwirrungsartefakt aus einer Vorlesung mit sechs Leuten bei
einem Professor der theoretischen Informatik, der uns Triangulierung
erklärt hat und dann einige Probleme auftrug.

Diese bestanden darin eine obere bzw. untere Schranke für die maximale
bzw. minimale Anzahl der Triangulierungen in einer beliebigen
Punktmenge zu finden. Wir (ich und fünf andere BWinf Teilnehmer) haben
ca. eine Stunde lang hin und her gerechnet und kamen zu keinerlei
Ergebnis. Der Professor eröffnete uns schließlich, dass wir uns an
einem ungelösten Forschungsproblem wie einige vor uns die Zähne
ausgebissen hatten.

Bei der Triangulierung bekam ich schon den Eindruck, dass ich
mathematisch wohl etwas ungebildet bin, was sich erhärtete als bei
einem Weiteren Vortrag über Routing in Ad-Hoc Netzwerken noch mehr
Binomialkoeffizienten und vorallem Matrizen vorkamen. Deshalb habe ich
mir erstmal einige Grundlagenbücher gekauft, da ich Angst hatte, dass
relevante Themen aus dem Matheunterricht rausgekürzt werden, um die G8
Schüler nicht scheitern zu lassen. Ich habe mir "Das gelbe Rechenbuch"
und "An Introduction to Algorithms" besorgt; beide Bücher sind sehr zu
empfehlen.

An dieser Stelle muss ich auch das Max Planck Institut für Informatik
bewundern: Der Gebäudekomplex an der Universität der Saarlandes ist
von beeindruckender Architektur, u.A. ein elektrisches Kunstwerk,
bestehend nur aus LEDs, Widerständen, Transistoren und Kondensatoren, das
sich an einem inneren Turm vom ersten bis zum fünften Stockwerk
erstreckt und auf Geräusche mit LEDs reagiert. Als sich alle
Teilnehmer der Forschungstage in der Halle zum Essen versammelt
hatten, bot die Anlage wegen der Gespräche beeindruckende Muster.

Apropos Essen, das mpii hat für ausgezeichnete Verpflegung
gesorgt. Als neuer Schirmherr der BWinf scheint es nicht knauserig zu
sein, denn es hat u.A. einen Bowlingabend und eine gute Jugendherberge
finanziert. Das ganze Institut an sich ist hochmodern und wohl
ausgezeichnet gefördert: Durch EU Fördergelder baut es gerade eine großer
Erweiterung an. Von diesen Eindrücken her würde ich angehenden
Informatikstudenten empfehlen, diese Uni in Erwägung zu ziehen.

Dienstag, 6. April 2010

Von erhofften Erfolgen, Inverslogik und Suchen

Der Blog lag still, wie sooft lag das an Zeitmangel in den Ferien. Ganz schön anstrengend sind diese, es wird mal wieder Zeit für die Schule. Ich habe in dieser "Ferienzeit" unter anderem ein Praktikum gehabt, am BWInf Runde Zwei teilgenommen und etwas an einer vermurksten Jahresarbeit gebastelt.
Das Praktikum lief eine Woche lang bei der Firma Exorbyte, einer Firma die auf Suchen spezialisiert ist. Zu tun war einiges; einen HTTP Proxy in Python zu schreiben, sich mit dem Produkt MatchMaker vertraut machen und ein C++ Programm mit der hauseigenen API zu schreiben. Dazu gab es längere Besuche bei (sehr netten) Mitarbeitern, um sich ein Berufsfeld direkt anzusehen. Um mir es jedoch anzugewöhnen, die anderen im Betrieb zu duzen hat eine Woche leider nicht gereicht. Ein für mich sehr erfreuliches Ende des Praktikums war das Angebot einen Ferienjob zu erhalten, was wirklich überraschend kam.
Der Bundeswettbewerb Informatik war weniger erfreulich: Nach längerer Beschäftigung mit den (wie ich fand) recht happigen Aufgaben und abschließender Dokumentation hat man doch eine gewisse Abneigung gegenüber Anagrammen und Fragmentierungsvermeidung entwickelt.
Dann ist da noch die Jahresarbeit; ich hatte die geniale Idee einen Addierer aus TTL Logik zu bauen. Man muss ja nur ein Paar Chips verkabeln - denkste. Momentan schwirren mir mehr undefinierte Potentiale, merkwürdige Verhaltensweisen und unerklärliche Ergebnisse durch die Schaltung als ich hier beschreiben kann. Eine Warnung an die Nachwelt: TTL Logik ist kein Steckbausatz und ein Multimeter erreicht beim Debuggen bei Weitem nicht die Leistung von Programmen wie gdb (wobei man der Schaltung zu Gute halten muss, dass sie nur selten mit SIGSEGV abstürzt)
Nunja jetzt ist jedenfalls wieder Zeit zum freien Coden (Lisp!), zum Basteln und zum Blogschreiben. In diesem Sinne,

bloggend (bzw in Zeichen 12,5 nicht mehr),
bad_alloc

Sonntag, 14. Februar 2010

Wir sind gut, ihr seid böse und die Opfer interessieren uns nicht.

Ist das das Motto der Ideologen, die sich gerade in Dresden getummelt haben? Immer wenn man mit selbsterklärten Linken spricht kommt man früher oder später an den Punkt, dass Linke die strahlenden Kämpfer gegen die dunklen (oder braunen?), 100% bösen Neo-Nazis sind.
Diese Bösewichte marschieren durch Dresden, bezeichnen das Ausbomben der Stadt durch die Alliierten als (Zitat) "Bombenholocaust am deutschen Volk" und leugnen bzw rechtfertigen z.T. en passant den Massenmord an Juden und anderen Verfolgte. Zum Glück haben wir ja unsere Linken mit der Elitetruppe "schwarzer Block", die mit Steinen, Schlägen und brennenden Mülltonnen gegen die Bösen vorgehen. Die marschieren mutig gegen Rechts vor und setzten sich der Gefahr aus mit Steinen beworfen, geschlagen zu werden und in brennende Mülleimer zu kommen.
Moment, sehe ich da etwa Parallelen? Beide Seiten leugnen bzw rechtfertigen Verbrechen in der Vergangenheit und Gegenwart um ideologiegemäß den anderen brutal zu unterdrücken. Linksfaschisten treffen auf Rechtsfaschisten um in einem sich prügelndem Einheitsbrei der Gewalt, Verblendung und Heuchelei unterzugehen. Die Polizei steht verwirrt daneben und scheint sich nicht zu trauen etwas zu tun.
Wir haben also Linke, die sich auf den Schutz des Andenkens an die Opfer des dritten Reiches berufen und so ihren anarchistischen Amoklauf zu rechtfertigen. Andererseits haben wir Rechte, die behaupten Deutschland sei im Krieg ein Opfer gewesen. Beide sind hier meiner Meinung nach gleich: Sie ziehen schreckliche Ereignisse des zweiten Weltkrieges in ein falsches Licht und missbrauchen diese für ihre Zwecke. Die wahren Opfer wird dies wohl mehr schmerzen als ein paar ungebildete Schmalspurfaschisten, die Parolen brüllen.
Unser Staat steht wie gesagt daneben und weiß nicht so recht (kein Wortspiel) was er tun soll: Gilt hier die Meinungsfreiheit (auch Radikalismus ist eine Ansicht, die toleriert werden muss, wenn man sich an die Gesetzte hält)? Müssen diese Chaoten nicht verboten und bestraft werden? Was auch immer die Antwort ist, wenn wir anfangen zu Verbieten (was moralisch nicht falsch wäre), dann müssen jedoch sowohl Links- wie Rechtsradikale Organisationen verboten werden, da sich beide sehr, sehr ähnlich verhalten.

BTW: Sollte sich jemand, bei diesen doch sehr heiklem Thema, ungerecht bzw. falsch beschrieben fühlen, so möge er in den Kommentaren darauf aufmerksam machen. Sollte ich wirklich danebengegriffen haben, wird der Eintrag entsprechend korrigiert.

Freitag, 22. Januar 2010

So little time, so much to blog.

So wenig Zeit, so viel zu tun und dementsprechend so wenig Zeit zum Bloggen. das beschriebt etwa weshalb in letzter Zeit so wenig vernünftiges rauskam. IRL hat sich das Arbeiten aber gelohnt:
Die viele Beschäftigung mit Bwinf hat z.B darin gefruchtet, dass ich zum IT Jugenforum in Bad Liebenzell eingeladen wurde, welches in der Burg Liebenzell veranstaltet werden wird. Momentan hoffe ich, dass derjenige, mit dem ich an der ersten Runde teilgenommen habe (und bei der er die, wie ich finde, bessere Arbeit geleistet hat), ebenfalls mitkommen kann.
Abgesehen von den Folgen der ersten Runde komme ich auch gut mit der zweiten voran (ich scheine sehr auf den Wettbewerb fixiert zu sein), eine Aufgabe, bezüglich der Anagrammbildung ist bis auf einen merkwürdigen Fehler beim Einlesen von Wortlisten mit Python fast gelöst. Bei der anderen, die die optimale Verteilung von Gruppen in Restaurants (aber eigentlich Fragmentierung) behandelt, muss ich mich momentan selber besiegen: Es war zuerst ein Algorithmus zu entwickeln, der Gruppen optimal verteilt. Diesen habe ich, aber nun muss einer entwickelt werden, der dem ersten Programm Werte zuspielt, die ihn dazu bringen, die sitze suboptimal zu verteilen. Schaffe ich dies, beweise ich, dass mein erster Ansatz fehlerhaft ist; scheitere ich, zeige ich zwar, dass mein bisheriges Programm gut funktioniert, kriege aber keine Punkte. Eine lose-lose Situation. (Die Aufgaben gibt es hier nebenbei)
Abgesehen vom Bwinf gibt es nicht blogwürdiges, außer das Entdecken von emacs als bessere Python IDE. Vielleicht blogge ich später mal darüber?

Freitag, 18. Dezember 2009

Bundeswettbewerb Informatik Runde zwei!

Geschafft! Ich und mein Teamkollege haben es geschafft die zweite Runde des Bwinf zu erreichen. Ich muss gestehen, dass er den größten Teil dazu beigetragen hat, aber durch ist durch. Jetzt gilt es sich an die neuen Aufgaben zu machen, die glücklicherweise weniger grafiklastig sind als die der ersten Runde. Hier geht es nurnoch um die Entwicklung von Algorithmen. Ich hoffe, dass mir die Bände 1-3 von The Art Of Computer Programming, die es zu Weihnachten gibt da helfen können, da bei mir solches Grundlagenwissen eher dünn ist.
Interessant war auch der beigelegte Schlüsselanhänger mit den Zahlen 281bzw. 185 bzw. 182 bzw. 582. Weshalb sooft beziehungsweise? Nun es sind Digitalzahlen und je nachdem wie man den durchsichtigen anhänger hält, erscheinen andere Zahlen, in Anspielung auf die Juniorenaufgabe des ersten Runde. Hier wurde mir zum ersten mal klar, dass ich in dieser Aufgabe eine Drehrichtung vergessen hatte; ich habe die Zahlen nur auf der X- und nicht der Y-Achse rotiert. Da sind also die Punkte versackt :(

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Von Arbeit, Mikrokontrollern und Chips, oder Warum ich kaum noch blogge

Die elfte Klasse, ein Jugend Forscht Projekt, der Bau eines 4 Bit Addierer/Subrtrahierers, gesteigerte soziale Aktivität und noch vieles mehr. Da soll man für einen Blog noch viel Zeit haben? Leider habe ich meinen aus ebendiesen Gründen in letzter Zeit stark vernachlässigt. Die Blogideen gehen in der Arbeit unter und Sachen über die man nachdenkt versacken bevor sie hier erscheinen. Diese Selbstbeobachtung hat es irgendwie geschafft, aber der Blog wird weiterhin stagnieren. Vielleicht wird es in den Winterferien mehr, mal schauen.

Montag, 2. November 2009

Update

Da ich schon länger den Blog vernachlässigt habe berichte ich an dieser Stelle mal über Ereignisse der letzten Zeit:
Im Frühjahr nächsten Jahres findet bei uns an der Schule das so genannte "Praktikum des berufsorientierten Gymnasiums" statt und ich habe mir schon mal frühzeitig eine "Stelle" besorgt; bei Exorbyte, einer IT Firma, die auf Suchmaschinen spezialisiert ist. Man stellte sogar in Aussicht, dass ich in Python etwas für den Produktiveinsatz schreiben werde, da man "schließlich keine Beschäftigungstherapie" mache. Diese Einstellung gefällt mir sehr, allerdings habe ich schon mal angefangen Python zu vertiefen.
Nebenbei bin ich auf Nerdcore Hip Hop gestoßen; mal schauen, was diese Musikrichtung so zu bieten hat. MC Frontalot erscheint mir insofern interessant, da mal nicht über Tötungsdelikte und Drogenkonsum gerappt wird sondern über technische Themen.
Schließlich habe ich mir noch das Buch "The Pragmatic Programmer" angeschafft, welches ich nur weiterempfehlen kann. Ich habe es zwar erst zu ~80% durchgelesen, aber bisher ist der Gesamteindruck durchweg positiv: Gut zu lesen, hilfreiche Tipps und eine Zusammenfassung aller Hinweise als Schnellreferenz.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

1024 Bytes pro Stunde Übertragungsgeschwindigkeit

Diese Rate habe ich heute erreicht:
Heute wollten ich und ein Freund im Rahmen von Jugend Forscht in der Schule einen Mikrocontroller programmieren; zu Anfangs nur ein kurzes Testprogramm. Nun standen wir aber vor dem Problem, dass einer der zwei vorhandenen Computer zwar internetfähig war, aber nicht für die Programmierung des MCs geeignet war, mangels serieller Schnittstelle. Ein anderer war zwar geeignet, hatte aber keinen Internetzugang. Ein Datenaustausch über einen USB Stick war wegen der Schulsoftware ebenfalls nicht möglich. Was bleibt also über?
Richtig die manuelle Methode: Diktieren.
Ich durfte also 512 Bytes eingeben die mit diktiert wurden und das ist kein Vergnügen; ich sehe jetzt noch Zahlen vor mir schwirren. In einer halben Stunde lief das ganze ab. Wir waren zwar fertig mit dem Übertragen, aber zum Test kam es aus Zeitmangel nicht.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

"Inside Story" auf Al Jazeera International

Eben brachte diese Serie eine Dokumentation zum iranischen Atomprogramm: Ein Russe, ein Amerikaner, ein Professor aus Teheran wurden von einem sehr kompetenten Journalisten Interviewt. Dieser schaffte es alle Teilnehmer gleichmäßig zu Wort kommen zu lassen und leeres Geschwätz zu unterbinden. Letzteres kam glücklicherweise kaum vor, da sich alle recht neutral zum Sachverhalt äußerten und keine Propaganda verbreiteten. Besonders aufschlussreich war das Aufzeigen der Tatsache, dass die Sanktionen gegen den Iran erhoben wurden, obwohl die IAEA explizit in diversen Berichten verkündet hatte, dass sie "keine konkreten Hinweise auf eine nichtfriedliche Nutzung von Atomkraft hätten" (Übersetzt vom Autor).
Auch andere Ausgaben von Inside Story erschienen mir immer sehr gut gelungen, wie Berichte zu Nordkorea, dem Krieg in Afghanistan und dem Börsencrash. Die Sendung ist mindestens auf dem Niveau von westlichen Sendungen wie Frontal21 (auch wenn die Schwerpunkte anderswo liegen) und ist somit sehr empfehlenswert.

Samstag, 10. Oktober 2009

Von Gratisbandbreite und Kupferklau

Während die Telekom es nötig hat Kupfer zu sammeln, überrascht mich mein ISP Kabel BW mit einem schreiben, dass mein Internetzugang kostenlos und ohne mein Wissen von 2000 auf 16000 MBit/s (Downstream) aufgewertet wurde und dass ich ihn gratis auf 20k umstellen lassen kann. Letzteres muss nochmal eindeutig geprüft werden.
Kabel BW ist aus meiner Sicht absolut empfehlenswert, sofern man hin und wieder kleine Störungen in kauf nehmen kann. gar kein Vergleich zu 1&1 oder der Telekom.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Wird das Reallife Abandonware?

Im Bus und in der Schule reden ca. 85% der männlichen Bevölkerung durch alle Klassen fast ausschließlich von Computerspielen. Allmählich brauche ich nicht mehr golem.de für Spielrezensionen zu besuchen sondern fahre zur Schule. unterwegs erfahre ich, dass Risen gut ist während Aion nichts taugt.
Wieso trägt sich dies in einer Stadt zu, die für die Jugend sehr viel bietet (See, Clubs, Landschaft, Events)? Die Spiele müssen ja attraktiver sein als die Realität oder zumindest attraktiver wirken. Verliert das Reallife seine Spieler? (Es fehlen ja durchaus Features wie Respawn oder Speicherfunktion.) Und wie Klassiker lehren: Grafik ist nicht alles!). Ich möchte jedoch nicht pauschalisieren, dass Spieler automatisch assozial sind. Ich kritisiere nur, dass die Spielkultur zu tief ins Leben eindringt.
Nicht nur die Gespräche richten sich auf das digitale zweite Leben aus, sondern auch die nicht - Gespräche, bzw die, die hätten sein können: Freunde begrüßen sich, setzten sich auf ihre Plätze und sprechen die ganze Fahrt über nicht, da sie Musik hören. Digitaler Autismus?
Warum rutscht hier eine ganze Jugendkultur in unproduktive, autistische Zustände? Warum nutzt keiner digitales Equipment produktiv (-> Arbeit in der IT) oder wenigstens in Maßen, sodass das so genannte "echte Leben" eine etwas höhere Priorität bekommt? Fernbeziehungen über Online Rollenspiele sehe ich in meinem Umfeld, auch Streit im Reallife über Ereignisse in Spielewelten kommt oft genug vor. Der Leser soll mich reaktionär schimpfen, aber ich denke das ist eine problematische, ja gefährliche Entwicklung, welche die jetzige Jugend eventuell noch lange verfolgen wird.
---geschrieben früh morgens im Bus
Spontane Bemerkung: Und Ich? Ich blogge darüber im Internet. Meine einzige Rechtfertigung ist, dass der Leser im diesen Moment vermutlich keine andre soziale Interaktion außerhalb des Internets angefangen hätte und dass das Lesen dieses Eintrags hoffentlich in irgendeiner Weise nützlich war.

Samstag, 19. September 2009

Eine Idee für das Bildungssystem

Jeden Tag muss ich mich über die schwere Bücherlast in meinem Rucksack ärgern: Mindestens drei Kilo an Büchern und Papier schleppe ich mit mir rum. Was für mich ärgerlich ist, ist für Grundschüler etc. sogar Gesundheitsschädlich; dauerhaft gehört so viel Gewicht nicht auf einen jungen Rücken. Außerdem sind viele Schulbücher hoffnungslos veraltet und in einem recht schlechten Zustand. Neuanschaffungen gibt es nur zu besonderen Anlässen, wie zum G8 Beginn. Wie ist dieses Problem nun zu Lösen?
Vorschlag: Jeder Schüler bekommt einmalig einen XO von OLPC gestellt, auf den Schulbücher, Übungsmaterial usw. geladen werden. Unterm Strich wäre dies vermutlich billiger, als beständig Bücher und Schreibmaterial zu kaufen. In Uruguay ist dies bereits der Fall (siehe heise.de)
Laut Wikipedia haben wir 9.505.241 Schüler, ich gehe hier mal von 9,5 Millionen aus. Nach dem "Innovationsreport" kostet ein Schüler pro Jahr offiziell 4.916€ und inoffiziell 7.017€. Das macht je nach offizieller Zahl 46.702.000.000€ bis 66.661.500.000€ pro Jahr. Wie kann dieses Konzept die Schule nun günstiger machen?
Nun jeder Schüler bekommt ab der vierten oder fünften Klasse einmalig einen XO gestellt, bei einem selbst verschuldeten Defekt zahlt der Schüler selber den neuen Rechner.
Führt man in den Klassen 5 - 13 den Computer ein, so wären geschätzte sechs Millionen Schüler betroffen. Bei 175€ pro Schüler käme man auf einmalig 612.500.000€ für die Neuanschaffung.
Nimmt man wie heise 15€ für die laufenden Kosten pro Jahr an, so ergibt dies 90.000.000€ pro Jahr. Das sind 0,193% der offiziellen Kosten. Man kann vermutlich auch annehmen, dass die Materialkosten, die mit den Notebooks hinfällig wären weit darüber liegen (ich tippe auf 15 - 20%). Hier liegt also ein großes Einsparpotenzial.
Zusammenfassend die Vorteile:
  • dauerhafte Ersparnisse durch eBooks
  • Schonung der Umwelt durch weniger Papierverbrauch
  • frühes Erlernen der Bedienung eines Computers
  • freierer Zugang zu Wissen durch das integrierte WLAN, sofern die Schule APs zur Verfügung stellt
Nachteile:
  • relativ hohe einmalige Beschaffungskosten

Sonntag, 13. September 2009

Das TV - Duell 2009

"Merkel gegen Steinmeier" hat man als Motto angegeben; eigentlich müsste es ja "Merkel & Steinmeier gegen vier Reporter" heißen. Ständig müssen sich die beiden Diskutierenden gegen die hochaggressiven Fragesteller verteidigen, statt aufeinander einzugehen. Eine Diskussion zwischen den beiden Kandidaten kam kaum zustande, da sie ständig durch rasende Themenwechsel eine Kommunikation unterbrochen wurde. Dadurch wurde es (besonders für Frau Merkel) leider nötig nochmal umständlich auf die Argumente des Vorredners einzugehen, was ja bei einer Diskussion unbedingt nötig ist, aber unnötig erschwert wurde. Unverschämt fand ich es, dass ein Reporter die beiden als "altes Ehepaar" bezeichnete. Hier haben sich leider die Reporter fast genauso sehr profiliert wie die Politiker.
Merkel und Steinmeier waren streckenweise erfreulich konkret und haben sich nicht ausschließlich auf schwammige Reden verlegt (welche es wie in jeder politischen Diskussion natürlich geben musste). Steinmeier's "Sieg" liegt aber leider weniger daran, dass er Frau Merkel unter den Tisch geredet hat sondern einige Male die Diskussionsleiter zum schweigen gebracht hat; denke ich. (obwohl ein "Sieg" in so einer Diskussion eigentlich nicht richtig definiert werden kann)

Dienstag, 8. September 2009

Summer of Surf, Lisp and political incorrectness

Es ist geschafft. Nach 12 stündiger Fahrt bin ich wieder zu Hause angekommen.
Nach 4 Wochen ohne Internet, warmes Duschen oder einem schnellen Computer freut man sich dann doch wieder den heimischen Luxus zu haben, obwohl es in der Aquitaine auch sehr schön ist/war:
Nach 15 Minuten Fahrt von zu Hause aus kommt man an sehr einsame Strände, die relativ sauber sind und meist sehr gute Wellen für Surfer bieten (je Nach Wetter 2 - 3 Meter und manchmal auch nur 1 Meter). Diese sind aber nicht ganz ungefährlich. Dieses Jahr habe ich dort spanische (bzw portugiesische) Galeeren gesehen:
Wegen dieser Viecher gab es mindestens einen Krankenwageneinsatz am Hauptstrand der Stadt, in der ich Ferien gemacht habe. Beim Surfen bin ich glücklicherweise noch keiner solchen Qualle begegnet, außerdem hoffe ich, dass mein Neoprenanzug das gröbste abhalten würde. Apropos Surfen, diesen Urlaub habe ich mir auch ein neues Brett zugelegt:
Es ist zwar schon gebraucht aber in tadellosem Zustand und mit 170€ weit unter den üblichen Preisen für Bretter in der Gegend (Gebraucht ab 250€ neu ab 380€). Leider konnte ich es nur ca. 4 mal benutzen, da es am Ende der Ferien gekauft wurde. Eine weitere "Neuanschaffung" war mal wieder ein Computer vom Wertstoffhof. Es ist ein HP Pavillion Pentium 1 System ohne irgendwelche Besonderheiten, außer einen kleinen Aufkleber im Inneren:
"Made in Taiwan - Republic of China". Taiwan spaltete sich 1949 floh die ehemalige Regierung unter Chiang-Kai-Chek aus Mao's kommunistischem China; 1993 erschien der erste Pentium. Die beiden Staaten sind sich seit jeher spinnefeind, weshalb Taiwan nie einen solchen Aufkleber tolerieren würde. Daher nehmen ich an, dass dies eine chinesische Propagandaaktion war, aber weshalb macht HP bei so etwas mit? Merkwürdig...
Über den Sommer konnte ich mich auch mit Lisp auseinandersetzen. Erstaunlich wie schnell man die Sprache lernt und wie gut man sie einsetzten kann: Binnen kürzester Zeit habe ich zwei Projekte realisiert, die mit in Python bzw C++ größere Probleme gemacht haben (Assembler Interpreter bzw Lebenssimulation).
So das wars mit dem Bericht, ich kümmere mich erstmal ums Auspacken. einige Artikel die ich noch in Frankreich geschrieben habe werden folgen.

mfg
bad_alloc

Montag, 27. Juli 2009

Nachricht versickert?

Mir ist soeben ein Fall von Zensur oder Schludrigkeit von Journalisten aufgefallen:
Al Jazeera berichtet von Test von chemischen Waffen an geistig behinderten Kindern, während sowohl ARD als auch BBC dazu keine Meldung haben. Nur diese Meldung habe ich in einem westlichen Medium gefunden.
Möglicherweise bilde ich mir das auch ein, aber bemerkenswert ist es schon, dass die westliche Welt nichts darüber weiß, obwohl doch sonst auch Kleinigkeiten (im Vergleich zu diesem Vorfall) ewig durchgekaut werden.

Freitag, 24. Juli 2009

Der Konflikt um das/in dem/außerhalb des Internets

In der aktuellen c't kann man ein sehr gelungenes Editorial über den politischen Konflikt um das Internet lesen. Über Lösungen desselben zu diskutieren ist müßig, da bereits allerorts darüber gestritten wird. Ich möchte mich jetzt eher mit der Ursache des Konfliktes auseinandersetzen. Vorneweg möchte ich anmerken, dass des Text, trotz der expliziten Schreibweise nur eine Meinung bzw. Auffassung oder Ansicht ist.

Ich denke der Konflikt liegt im Wesen des Internets (bzw dessen Perversion) selbst: Anfangs war es ausschließlich für technisch versierte Nutzer gedacht und es erfüllte seinen Zweck. Dann kamen die Hobbyisten bzw. Hacker. Sie erweiterten das Netz, richteten Kontaktplattformen für den Austausch unter einander ein, errichteten quasi eine eigene Kultur und alles funktionierte weiterhin. Als die ersten Geschäftemacher kamen, kam zwar auch Kriminalität auf, aber diese gibt es schon seit jeher im realen Leben.
Erst mit der "Ankunft" der Massen und somit auch der häufig genannten Idioten, Pädophilen und anderen Problemgruppen begann das Netz zu "kippen" (oder zumindest die Teile, die von diesen bevölkert werden). Und wo die Massen hinströmen kommen Politiker, um Stimmen ringend, hinterher (z.T mit großer Verspätung).
Diese zum größten Teil unwissenden und ignoranten Gruppen sind mit den Möglichkeiten, welche ein für Technikkundige entworfenes Netzwerk bietet, überfordert und meinen diesem Grenzen setzen zu müssen, was ja durchaus Begründet ist (KiPo), aber nicht zur Kultur des Netzes kompatibel (geschweigedessen zur Technik). Dazu kommt der Verdacht auf versuchte Zensur.
Nun hat man vier, z.T. fließend ineinander übergehende, Gruppen
  1. Die "Erbauer" des Netzes, meist Hacker (vlg. "elder days"). Sie bildeten ihre eigene Kultur und sehen diese durch Ignoranz und (vermutete) Machtgier bedroht. Teilweise ziehen sie sich zurück, denn sie wissen, dass nie das ganze Internet kontrolliert werden kann; andere verteidigen "ihr Netz" und ihre Kultur durch Hacktivismus.
  2. Die Politiker (bzw. Organisationen, vgl. Suits und Links am Ende). Sie wollen und müssen aufgrund ihres Amtes das Internet, was für sie nur ein Medium wie Zeitung ist, an rechtsstaatliche Normen anpassen. Andere (GEMA, GVU) wollen es kontrollieren um mehr Profit zu machen. Diese und die vorherrschende Unwissenheit unter Politikern sorgen für Unmut im Internet. Im folgenden nenne ich sie der Einfachheit halber nur noch "Suits"
  3. Die eigentlichen Kriminellen: Diese Gruppe nutzt das Internet für ihre Zwecke aus. Diese reichen von Filesharing über Betrug bis zu KiPo (und je nach Definition darüber hinaus). Außerdem sind sie Schuld am Ruf und Zustand des Internets als Spam und Virusschleuder.
  4. Die große (z.T dumme) Masse: Sie hat das Internet als Spielzeug entdeckt. Mit Onlinegames, Seiten wie Youtube und vorallem Pornographie hat sie das Erscheinungsbild des Netzes nach außen hin geprägt. Beim Begriff "Internet" denken sie an ihre bunte Welt aus sozialen Netzwerken und dergleichen. Sie springen auch gerne auf den Hackerzug auf oder machen Randale, weil ihre Netzkultur bedroht ist (vgl Link zum c't Editorial).
Nun versucht die Gruppe der Suits auf die Kriminellen zu schießen. Allerdings werden ihre Methoden für Schrotflintenmethoden gehalten, da sie unweigerlich auch die Hacker und die Masse trifft. Diese sind entsprechend erzürnt und wettern gegen die Suits, übersehen großenteils jedoch die Kriminellen, welche zur Sicherheit aller eigentlich ausgeschaltet werden müssten. Komplizierter wird es dadurch, dass alle Gruppen auch Mitglieder einer anderen enthalten sein können. Die Masse ist häufig kleinkriminell, Blackhat Hacker begehen manchmal größere Verbrechen und Suits sind oft korrupt. Durch die Unschärfe dieser Gruppierungen entsteht der oben erwähnte "Schrotflinteneffekt".
Was ist nun die Reaktion?
Da das "echte Leben", hier die Politik in das Internet eindringt, schlägt dieses genauso zurück: Neben viel Diskussion und kleinerem Aktivismus kam die Gründung der Piratenpartei. Wie das Internet ist sie schwer zu beschreiben; sie soll International werden, hat so gesehen keine definierte links/rechts Ausrichtung und weist im Vergleich zu "normalen" Parteien noch weitere Merkwürdigkeiten auf. Sie passt nicht ins normale Schema. Dies verursacht Verunsicherung und Abneigung bei Menschen, die Unbekanntes in für sie bekannte Konzepte einordnen müssen. So verhält es sich wiederum auch mit Internet und realem Leben, womit ich wieder am Anfang meines Artikels angekommen wäre:
Das Problem ist die vollkommen fremdartige Kultur, die aus einem Raum gekommen ist, der nicht mit der bisherigen Welt harmoniert, und jetzt sich mit unserer vermischt. Die Unschärfe des Internet ist ansteckend. Für Außenstehende ist das beängstigend, für die anderen eine willkommene Entwicklung. Hier kommen also Generationskonflikt, Angst & Unwissenheit, shcliechende Unschärfe und vorallem eine Kulturkonfrontation zu einem sehr großem Konflikt zusammen.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Neues Heim

Dem Rechner, den ich in diesem Post erwähnt hatte, habe ich jetzt ein neues zu Hause verschafft: Bei einem Bekannten wird er demnächst seinen Dienst als Streaming Server verrichten, wohl für MP3s. Damit wäre der erste "ausgewildert". Doch wohin mit den restlichen?

Mittwoch, 15. Juli 2009

Von Neuntklässlern, Ministerien und Informationsmangel

Ich gehöre zu den bemitleidenswerten Schülern aus Baden - Württemberg, die mit dem verkürzten Abitur kollidieren. Wir G9er machen parallel mit G8 Abitur. Das braucht natürlich einiges an Organisation, weshalb der Schulleiter zu einer Besprechung und Diskussion geladen hat.
Diese bestand im wesentlichen aus einer wenig verständlichen Erklärung des Konzepts (viele pädagogische Buzzwords, wie nirgends erläutert "Sternchenthemen"), viel Überzeugung und sehr viel Kritik der Eltern. Die ersten beiden Punkte rühren daher, dass unser Schulleiter schlicht nicht vom Ministerium über den Sachverhalt informiert wurde; er musste wohl selber länger recherchieren. Das Bildungsministerium hat also kurz vor Eintritt in die elfte Klasse, in der G8 und G9 gemischt werden, nur ein dürftiges Finanzkonzept, kein Raumkonzept, kein Lehrerkonzept und kaum Infomaterial für anderes herausgegeben.
Der ganze G8/G9 Wechsel, wird also im Blindflug durchlaufen. Ich nehme an, dass das "Projekt", wie es gern von Lehrern genannt wird, aufgrund von Organisationsmängeln und zu wenigen Lehrkräften und Räumen kräftig gegen die Wand gefahren werden wird; sprich einige Versager im Ministerium machen vielen Schülern das Abi unnötig schwer und machen damit vermutlich auch noch politische Karriere.
Danke, liebe Minister.

Dienstag, 14. Juli 2009

Fatal Boot Error: Remove cat.

Ich habe kürzlich ein Wake On LAN Mainboard gefunden. Also stelle ich den WoL Rechner neben den Router, da dort mein Lankabel endet und versuche ihn von meinem Hauptsystem aus anzuschalten. Kurz höre ich das Hochdrehen der Lüfter, dann ein Kreischen und der Rechner geht aus. Als ich verwirrt ins Nebenzimmer gehe sehe ich den Rechner offen daliegen (ich habe das Seitenblech nicht montiert) und eine Katze, die fauchend davorsteht.
Was geschah kann nur Spekulation sein, aber ich denke die Katze hatte sich zu nahe an den warmen Rechner herangewagt und ist in einen Lüfter geraten.