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Sonntag, 5. September 2010

Wir sind hochgerüstet, wütend und geben bisherige Tabus auf

Brennende Moscheen in Tennessee, koranverbrenndende Kirchen in Florida, Proteste gegen Moscheen in New York, verbotene Minarette in der Schweiz und zum Teil auch Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab". Sind das die Anfänge einer Antwort auf die Auswüchse des radikalen Islams? Beginnen jetzt die fanatischen Chisten nun eine Jagd auf alles was muslimisch ist, aufgescheucht von fanatischen Moslems?
Seit Jahren haben wir (der Westen) schon einen militärischen Fuß im nahen Osten und versuchen offiziell einen "humanen Krieg" zu führen (sofern man den Mut fand es Krieg zu nennen). Man wollte Retter der Zivilbevölkerung sein und Frieden bringen, doch man wunderte sich, als plötzlich gezielt Taliban getötet wurden.
Jetzt jedoch entwickeln sich gerade die Taliban zum Feindbild; man spricht sogar gern von "dem Taliban", wie einst von "dem Franzosen", "dem Deutschen", oder "dem Juden". Langsam ist man frustriert mit den Aufständischen.
Da Taliban ja Islamisten im eigentlichen Sinne sind, liegt es für einige nah den Islamismus als Islam anzusehen und Islam mit Terror und Misswirtschaft gleichzusetzen. In Amerika läuft dieser Prozess natürlich schneller, da man dort ähnliche Abläufe nicht so nah erlebt hat wie in Europa.
Jetzt scheint es für mich so, als habe man im Westen genug von dem als heuchlerisch empfundenen Krieg und den Feinden. Wer das ist wird möglicherweise gerade aus den Augen verloren und mach christlicher Fundamentalist macht aus dem Moslem den Islamisten und Terroristen. Bisher waren diese Fundamentalisten für uns Taliban mit AK's auf Motorrädern, doch was passiert, wenn die neuen Fundamentalisten Fanatiker mit Panzern, Drohnen, Interkontinentalraketen und hochgerüsteten Armeen sind, die überall auf der Welt ihre Ziele durchsetzen können? Bisher waren die Unterdrücker auf ein Gebiet limitiert und konnten nur mit schmerzhaften Nadelstichen nach außen drängen. Die neuen, potentiellen (von mir an die Wand gemalten) Unterdrücker können mehr, sobald sie ihre bisherige Moral über Bord werfen und einen "richtigen" Krieg gegen ihre Gegenideologie beginnen.

Samstag, 4. September 2010

Jeden Tag bloggen!

Schon seit längerer Zeit vernachlässige ich, wie schon öfters zuvor, meinen Blog. Nachdem ich das hier gelesen habe, werde ich doch mal versuche täglich was zu Papier zu bringen online zu stellen. Wie der Post empfiehlt, soll man an Tagen, an denen viel zu Tun ist, nur ein Zitat posten. Damit möchte ich auch den heutigen Eintrag beenden:
"12. On a very busy day, I’ll just post a quote or a short insightful thought. I’ve got some quotes from Miyamoto Musashi, Tokugawa Ieyasu, Marcus Aurellius, Thomas Jefferson, Sun Tzu, Carl von Clauswitz, and others lined up."

Sonntag, 18. Juli 2010

Dümmstmögliche und einfältigste Idee die ich je hatte

Das iPhone hat Antennenprobleme, wenn ein User den Spalt in der externen Antenne verdeckt. Apple schenkt jedem Nutzer eine Hülle. Warum können die User nicht Tesa über den Spalt kleben?

UPDATE: Ein iPhone User mit einen Klebestreifen am Gerät verriet mir, dass dies keine Lösung für das Porblem ist.

Sonntag, 27. Juni 2010

Ideen für wahres Cloud Computing

Ein Kubikmeter Wasserdampf enthält 3,34*10^28 Wassermoleküle, das ergibt 1115560000000000000000000000000000000000000000000000000000 ((3,34*10^28)*(3,34*10^28)) Kombinationsmöglichkeiten; das ist 2.1*10^7 mal soviel ist wie alle möglichen Schachspielkombinationen. Damit könnte man alle Schachgroßmeister dieser Welt in einem Berechnungstakt (sofern Wolken getaktet sind) schlagen.
Nun muss nurnoch das Problem der Wolkenprogrammierung gelöst werden, sodass alle Wassermoleküle tatsächlich geordnet miteinander interagieren. Der Output kann über Regen gelöst werden, macht die Wolke aber gegebenenfalls zur weiteren Benutzung unbrauchbar.

Samstag, 20. Februar 2010

Von Werkzeugen, Freunden und dem Homo Interneticus

Kürzlich lief auf BBC Two eine ausgezeichnete Sendung über das Internet und seinen Einfluss ("The Virtual Revolution"). Kritiker und Befürworter des Internets hatten beide gleiche Sprechzeit und wurden nie polemisiert. Außerdem schaffte es die Dokumentation ohne die bösen Hacker etc. auszukommen und erreichte ein ausgewogenes, neutral-optimistisches Urteil über das Internet. So was findet man leider selten (und wahr war das Gesagte auch noch!). Behandelt wurden u.A folgende Themen:
  1. 10.000 Facebook Freunde → Was ist ein Freund?
  2. Informationsüberladung
  3. Was ist das Internet? (indirekt angesprochen, nicht so trivial wie es klingt)
  4. Das Internet frisst seine User (und unsere Kinder?)
  5. Fehler des Grundverständnisses der "analogen Generation" am Internet (nur indirekt angesprochen)
  6. Kultur der irrelevanten Wegwerfmasse
Neben der dringenden Empfehlung sich diese Dokumentation anzuschauen (möglicherweise sind einige Selbsterkennungsmomente dabei) , möchte ich hier noch ein paar eigene Gedanken ablegen:

1) Viele Kritisieren den Verlust der Bedeutung einer so genannten Freundschaft auf Seiten wie Facebook. Man denkt: "Wenn man 10.000 Freunde hat, ist das nicht eine Perversion des zwischenmenschlichen Verhaltens?". Dieses Argument, welches häufig von Internetkritikern benutzt wird ist meiner Meinung nach vollkommen haltlos: Kommunizieren wir den mit all den Tausenden regelmäßig? Nein, wir kennen die meisten nicht einmal! Hier wird etwas von oben herab als Freundschaft definiert, was gar keine sein kann. Das Merkmal einer Internetfreundschaft ist nicht die Bezeichnung, sondern die Menge an Kommunikation, die zwischen den Partnern herrscht. So kam auch heraus, dass in Facebook nur fünf bis sechs aktive Freundschaften bestehen. den Rest kann man durchaus als "soziale Ablagerungen" bezeichnen.

2) Es wurde auch aufgezeigt, wie viele den Umgang mit der Informationsflut bemängeln: Ein Springen von Seite zu Seite mit kurzem Überfliegen von Inhalten soll das Verinnerlichen von Wissen hemmen. Wer weiß, dass jede Information sofort aufrufbar ist, will nicht mehr langwierig und augenscheinlich umständlich in Büchern lesen. Hier haben die Kritiker recht, denn wer ein langes Buch durchliest, beschäftigt sich länger mit dem Stoff als ein Springer und hängt dann gewissermaßen vom Netz ab. Wenn in so einer Gesellschaft plötzlich zensiert wird, kommt dies einer teilweisen Hirnamputation gleich. Hier behaupte ich, dass das Internet wirklich eine Gefahr aufweist, sofern man durch falschen Umgang völlig abhängig wird.

3) Apropos falscher Umgang, der Film behandelt auch die Internetsucht und Vereinsamung vor dem Rechner. Viele sind der Ansicht, dass das Werkzeug Internet nur Gutes bringen darf, nicht etwa Sucht, Kriminalität und diverse andere Gefahren, gerade für Jugendliche, weshalb das Internet dringen eingeschränkt werden muss. Was wiederum übersehen wird ist der Begriff Werkzeug: Wie ein Hammer, ein Auto oder eine andere Maschine ist das Internet nur ein Instrument des Menschen für den Menschen Informationen auszutauschen. Genauso ist es Aufgabe eines Hammers Kraft auf ein anderes Objekt auszuüben. Ob dieses Objekt ein Nagel oder ein Schädel ist liegt am Anwender. Ebenso liegt es am Anwender was er in das Netz stellt, was er herausholt und wen er heranlässt (→Kinder). Wenn das Internet also doch schlussendlich "böse" wäre, so hätten wir es so gemacht. Es kann nur ein Spiegel unserer selbst sein [Anmerkung: großspurige Formulierung für einen großen Verständnisfehler]. Ein zusätzlicher Angstfaktor im Internet ist zum einen seine Ungreifbarkeit und Immateriallität und der von der Menge unverstandene Computer, der für den Laien nicht kontrollierbar scheint.

4) Der Vereinsamung der Kinder vor dem Computer und im Internet stelle ich die Fragen gegenüber: Warum bietet das Netz Kindern ein besseres Leben als das Reallife? Wird ihnen nichts besseres geboten? Ist man im Internet wirklich einsamer? Warum schiebt man die Schuld des Verkommens am Netz auf dieses selber und nicht auf das Versagen der Erziehenden?

5) Diesen Punkt habe ich weitgehend bereits erörtert. Die "Analogen" haben Angst vor dem unbeherrschbaren Computer und können aus ihrem linearen, auf eine Sache fixierten Denken kein Verständnis für die von Information zu Information hüpfende, weniger konzentrierte Gesellschaft entwickeln. Allerdings ist ihr Buchdenken nicht als obsolet abzustempeln, es ist eben ein anderer, älterer Denkansatz, der in anderen Umgebungen besser funktioniert als Hyperlinkdenken.

6) Einige Sprecher (Kritiker) im Film kritisierten, dass der größte Teil des Inhalts im Internet unbeständig und sich ständig ändernd sei. Es bestünde eine regelrechte "Informationswegwerfgesellschaft". Was ist daran schlecht? Wir haben ein Werkzeug um fast unbegrenzt viel dynamische Informationen zu übertragen, was genutzt werden will. Wer statische Infos braucht, soll ein Buch bemühen.

Samstag, 14. November 2009

Pflichtlektüre für Nerds & Nerdbesitzer

Über Hacker News habe ich den Blog Rands in Repose gefunden, ein Blog eines selbsterklärten Nerds, der neben Job, Surfen und Apple auch über das Leben als Nerd schreibt. Besonders aufgefallen sind mir die Artikel The Nerd Handbook, N.A.D.D (Nerd Attention Deficiency Disorder)und A Nerd In A Cave. Die Artikel sind sehr gut geschrieben und so mancher Nerd wird sich streckenweise durchschaut vorkommen. Damit jetzt der Leser schnell dazu übergeht die oben genannten Posts zu lesen höre ich hier in seinem Sinne auf zu schreiben ;).

Dienstag, 6. Oktober 2009

Wird das Reallife Abandonware?

Im Bus und in der Schule reden ca. 85% der männlichen Bevölkerung durch alle Klassen fast ausschließlich von Computerspielen. Allmählich brauche ich nicht mehr golem.de für Spielrezensionen zu besuchen sondern fahre zur Schule. unterwegs erfahre ich, dass Risen gut ist während Aion nichts taugt.
Wieso trägt sich dies in einer Stadt zu, die für die Jugend sehr viel bietet (See, Clubs, Landschaft, Events)? Die Spiele müssen ja attraktiver sein als die Realität oder zumindest attraktiver wirken. Verliert das Reallife seine Spieler? (Es fehlen ja durchaus Features wie Respawn oder Speicherfunktion.) Und wie Klassiker lehren: Grafik ist nicht alles!). Ich möchte jedoch nicht pauschalisieren, dass Spieler automatisch assozial sind. Ich kritisiere nur, dass die Spielkultur zu tief ins Leben eindringt.
Nicht nur die Gespräche richten sich auf das digitale zweite Leben aus, sondern auch die nicht - Gespräche, bzw die, die hätten sein können: Freunde begrüßen sich, setzten sich auf ihre Plätze und sprechen die ganze Fahrt über nicht, da sie Musik hören. Digitaler Autismus?
Warum rutscht hier eine ganze Jugendkultur in unproduktive, autistische Zustände? Warum nutzt keiner digitales Equipment produktiv (-> Arbeit in der IT) oder wenigstens in Maßen, sodass das so genannte "echte Leben" eine etwas höhere Priorität bekommt? Fernbeziehungen über Online Rollenspiele sehe ich in meinem Umfeld, auch Streit im Reallife über Ereignisse in Spielewelten kommt oft genug vor. Der Leser soll mich reaktionär schimpfen, aber ich denke das ist eine problematische, ja gefährliche Entwicklung, welche die jetzige Jugend eventuell noch lange verfolgen wird.
---geschrieben früh morgens im Bus
Spontane Bemerkung: Und Ich? Ich blogge darüber im Internet. Meine einzige Rechtfertigung ist, dass der Leser im diesen Moment vermutlich keine andre soziale Interaktion außerhalb des Internets angefangen hätte und dass das Lesen dieses Eintrags hoffentlich in irgendeiner Weise nützlich war.

Samstag, 3. Oktober 2009

Das TCP Paket insult

Ein wenig technikaffiner Mitmensch bringt den spontanen Kommunikationsstopp zwischen Kabelmodem und Fritzbox auf den Punkt: "Die mögen sich nicht."
Heute verloren die beiden mal wieder die Verbindung zueinander, ohne ersichtlichen Grund. Kein anderer Client war verbunden, keine Telefonate liefen über das Modem.
Erst ein Reset der Modems brachte die Sache wieder zum laufen, aber auf Dauer ist das auch keine Lösung. Um wieder auf die gegenseitige Sympathie der Boxen zu kommen: Vielleicht hat da einer dem anderen ein Insult Paket geschickt?

Freitag, 2. Oktober 2009

Merkwürdige Wahl

Hatten vor der Wahl beim Politbarometer des ZDF nur 39 Prozent eine Koalition aus Union und FDP für gut befunden, sind es nun 46 Prozent geworden, das entspricht etwa dem Anteil der Wähler, die für Union und FDP gestimmt haben. Eine Mehrheit ist es freilich nicht. Zufrieden mit dem Wahlausgang sind 53 Prozent.
So schreibt Telepolis in diesem Artikel. Es ist wirklich erwähnenswert, dass die Menschen, die für Schwarz - Gelb gestimmt haben glücklich über eine schwarz - gelbe Regierung sind, die sie ja gewählt haben. Auch das eine mehrheitlich gewählte Regierung von der Mehrheit akzeptiert ist ist schon merkwürdig.

verwundert,
bad_alloc

Sonntag, 27. September 2009

Definiere das undefinierbare!

Der Beweis, dass Google nicht allwissend ist!

Sonntag, 13. September 2009

Vier Pixel oder von Abu Dhabi gekauft werden?

Es ist kaum zu glauben: Google ändert die Größe des Suchfeldes um einige Pixel und alle Welt berichtet darüber: Blogger, Nachrichtensites und der offizielle Google - Blog. Andere müssen um ein ähnlich starkes Feedback zu erreichen Service Packs herausbringen, in einen großen Rechtsstreit verwickelt werden oder größere Marktbewegungen in Gang bringen. Davon kann so manche PR Abteilung lernen.

Dienstag, 8. September 2009

Vom Staate diskriminiert

Als ich mir die Seite des Bundeswettbewerbs für Informatik angesehen habe stieß ich auf diese Beleidigung für alle Lisper. Informationen über Lisp und Scheme? Fehlanzeige, nicht mal ein 404 sind sie wert. Greift hier §1 des AGG? Ich fürchte nein.
Scherz bei Seite: Die "Programmieren" Sektion ist sehr schluderig gemacht. Infos fehlen, offensichtliche Hilfen wie Eclipse für Java werde angeboten, die Links unter "Skriptsammlung" weisen alle auf das selbe Dokument und so weiter. Eine große Hilfe ist das nicht

Dienstag, 4. August 2009

Geek Code

-----BEGIN GEEK CODE BLOCK-----
Version: 3.1
G d+(+)?>++ s->+:+> a--- C++>$ UL>++ P--- L++>+++ E+>++ !W+@ !N !o K-? w !O !M !V? PS+(+)@ PE+@ Y+ !PGP !t !5? !X R+@>- tv- b++>+++ DI !D G>++ e>++++ h r z?
------END GEEK CODE BLOCK------

Freitag, 24. Juli 2009

Der Konflikt um das/in dem/außerhalb des Internets

In der aktuellen c't kann man ein sehr gelungenes Editorial über den politischen Konflikt um das Internet lesen. Über Lösungen desselben zu diskutieren ist müßig, da bereits allerorts darüber gestritten wird. Ich möchte mich jetzt eher mit der Ursache des Konfliktes auseinandersetzen. Vorneweg möchte ich anmerken, dass des Text, trotz der expliziten Schreibweise nur eine Meinung bzw. Auffassung oder Ansicht ist.

Ich denke der Konflikt liegt im Wesen des Internets (bzw dessen Perversion) selbst: Anfangs war es ausschließlich für technisch versierte Nutzer gedacht und es erfüllte seinen Zweck. Dann kamen die Hobbyisten bzw. Hacker. Sie erweiterten das Netz, richteten Kontaktplattformen für den Austausch unter einander ein, errichteten quasi eine eigene Kultur und alles funktionierte weiterhin. Als die ersten Geschäftemacher kamen, kam zwar auch Kriminalität auf, aber diese gibt es schon seit jeher im realen Leben.
Erst mit der "Ankunft" der Massen und somit auch der häufig genannten Idioten, Pädophilen und anderen Problemgruppen begann das Netz zu "kippen" (oder zumindest die Teile, die von diesen bevölkert werden). Und wo die Massen hinströmen kommen Politiker, um Stimmen ringend, hinterher (z.T mit großer Verspätung).
Diese zum größten Teil unwissenden und ignoranten Gruppen sind mit den Möglichkeiten, welche ein für Technikkundige entworfenes Netzwerk bietet, überfordert und meinen diesem Grenzen setzen zu müssen, was ja durchaus Begründet ist (KiPo), aber nicht zur Kultur des Netzes kompatibel (geschweigedessen zur Technik). Dazu kommt der Verdacht auf versuchte Zensur.
Nun hat man vier, z.T. fließend ineinander übergehende, Gruppen
  1. Die "Erbauer" des Netzes, meist Hacker (vlg. "elder days"). Sie bildeten ihre eigene Kultur und sehen diese durch Ignoranz und (vermutete) Machtgier bedroht. Teilweise ziehen sie sich zurück, denn sie wissen, dass nie das ganze Internet kontrolliert werden kann; andere verteidigen "ihr Netz" und ihre Kultur durch Hacktivismus.
  2. Die Politiker (bzw. Organisationen, vgl. Suits und Links am Ende). Sie wollen und müssen aufgrund ihres Amtes das Internet, was für sie nur ein Medium wie Zeitung ist, an rechtsstaatliche Normen anpassen. Andere (GEMA, GVU) wollen es kontrollieren um mehr Profit zu machen. Diese und die vorherrschende Unwissenheit unter Politikern sorgen für Unmut im Internet. Im folgenden nenne ich sie der Einfachheit halber nur noch "Suits"
  3. Die eigentlichen Kriminellen: Diese Gruppe nutzt das Internet für ihre Zwecke aus. Diese reichen von Filesharing über Betrug bis zu KiPo (und je nach Definition darüber hinaus). Außerdem sind sie Schuld am Ruf und Zustand des Internets als Spam und Virusschleuder.
  4. Die große (z.T dumme) Masse: Sie hat das Internet als Spielzeug entdeckt. Mit Onlinegames, Seiten wie Youtube und vorallem Pornographie hat sie das Erscheinungsbild des Netzes nach außen hin geprägt. Beim Begriff "Internet" denken sie an ihre bunte Welt aus sozialen Netzwerken und dergleichen. Sie springen auch gerne auf den Hackerzug auf oder machen Randale, weil ihre Netzkultur bedroht ist (vgl Link zum c't Editorial).
Nun versucht die Gruppe der Suits auf die Kriminellen zu schießen. Allerdings werden ihre Methoden für Schrotflintenmethoden gehalten, da sie unweigerlich auch die Hacker und die Masse trifft. Diese sind entsprechend erzürnt und wettern gegen die Suits, übersehen großenteils jedoch die Kriminellen, welche zur Sicherheit aller eigentlich ausgeschaltet werden müssten. Komplizierter wird es dadurch, dass alle Gruppen auch Mitglieder einer anderen enthalten sein können. Die Masse ist häufig kleinkriminell, Blackhat Hacker begehen manchmal größere Verbrechen und Suits sind oft korrupt. Durch die Unschärfe dieser Gruppierungen entsteht der oben erwähnte "Schrotflinteneffekt".
Was ist nun die Reaktion?
Da das "echte Leben", hier die Politik in das Internet eindringt, schlägt dieses genauso zurück: Neben viel Diskussion und kleinerem Aktivismus kam die Gründung der Piratenpartei. Wie das Internet ist sie schwer zu beschreiben; sie soll International werden, hat so gesehen keine definierte links/rechts Ausrichtung und weist im Vergleich zu "normalen" Parteien noch weitere Merkwürdigkeiten auf. Sie passt nicht ins normale Schema. Dies verursacht Verunsicherung und Abneigung bei Menschen, die Unbekanntes in für sie bekannte Konzepte einordnen müssen. So verhält es sich wiederum auch mit Internet und realem Leben, womit ich wieder am Anfang meines Artikels angekommen wäre:
Das Problem ist die vollkommen fremdartige Kultur, die aus einem Raum gekommen ist, der nicht mit der bisherigen Welt harmoniert, und jetzt sich mit unserer vermischt. Die Unschärfe des Internet ist ansteckend. Für Außenstehende ist das beängstigend, für die anderen eine willkommene Entwicklung. Hier kommen also Generationskonflikt, Angst & Unwissenheit, shcliechende Unschärfe und vorallem eine Kulturkonfrontation zu einem sehr großem Konflikt zusammen.

Sonntag, 19. Juli 2009

Von Alter, Größe und Awesomeness

Ich sammle schon länger alte Computer am Müll auf und habe mittlerweile 12 Rechner so bekommen. Das älteste Stück ist wohl der Pentium I Rechner, von 1995. Ich bewundere mich immer wie der mit 133 Mhz getaktete Kern allein (also ohne einen zweiten Kern) mit nur 32MB RAM und einer 2GB Festplatte überhaupt benutzbar war und durch handoptimierte Programme benutzbar gemacht wurde. Ich bin wohl zu Gigabyte bzw - Hertz verwöhnt.
So komme ich mir noch mehr vor, seitdem ich auf diese Seite eines niederländischen Computersammlers gekommen bin. Ich kann diese Sammlung fast nur mit dem Wort "Awesome" beschreiben. Man fühlt sich richtiggehend in die Zeit der echten Programmierer zurückversetzt.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Von Neuntklässlern, Ministerien und Informationsmangel

Ich gehöre zu den bemitleidenswerten Schülern aus Baden - Württemberg, die mit dem verkürzten Abitur kollidieren. Wir G9er machen parallel mit G8 Abitur. Das braucht natürlich einiges an Organisation, weshalb der Schulleiter zu einer Besprechung und Diskussion geladen hat.
Diese bestand im wesentlichen aus einer wenig verständlichen Erklärung des Konzepts (viele pädagogische Buzzwords, wie nirgends erläutert "Sternchenthemen"), viel Überzeugung und sehr viel Kritik der Eltern. Die ersten beiden Punkte rühren daher, dass unser Schulleiter schlicht nicht vom Ministerium über den Sachverhalt informiert wurde; er musste wohl selber länger recherchieren. Das Bildungsministerium hat also kurz vor Eintritt in die elfte Klasse, in der G8 und G9 gemischt werden, nur ein dürftiges Finanzkonzept, kein Raumkonzept, kein Lehrerkonzept und kaum Infomaterial für anderes herausgegeben.
Der ganze G8/G9 Wechsel, wird also im Blindflug durchlaufen. Ich nehme an, dass das "Projekt", wie es gern von Lehrern genannt wird, aufgrund von Organisationsmängeln und zu wenigen Lehrkräften und Räumen kräftig gegen die Wand gefahren werden wird; sprich einige Versager im Ministerium machen vielen Schülern das Abi unnötig schwer und machen damit vermutlich auch noch politische Karriere.
Danke, liebe Minister.

Samstag, 27. Juni 2009

Prioritäten dieser Welt

Krise im Iran? Das reicht für eine Meldung in der Tagesschau mit Korrespondentenbericht. Schweine- und Vogelgrippe? Eine normale Meldung reicht. Michael Jackson stirbt? OH MEIN GOTT!!!1111einself! Da muss mindestens eine fünfminütige Meldung und eine Sondersendung rein; außerdem viele Zeitungberichte und Stars die betroffen von ihrer innigen Freundschaft zu Jackson erzählen. Wikipedia geht fast in die Knie und laut heise.de beschäftigen sich 15% aller Tweets mit Jackson (5% in Hochzeiten der Proteste im Iran bzw. diverser Epidemien). Jeder meiner Newsfeeds (u.A. ARD, BBC, Al Jazeera und Telepolis) hat mindestens eine Erwähnung über ihn.
Warum erregt sein Tod mehr Aufmerksamkeit als Kriege, Seuche, Aufstände, Lebensmittelskandale, Politik oder Naturkatastrophen (wer interessiert sich momentan z.B für Bayern oder Österreich, wo es Überschwemmungen gibt?)
Alldiese Beispiele können einen selbst und andere wohl deutlich mehr betreffen als der Tod eines Popstars. Wenn die Welt (bzw. hier vorallem Amerika und Europa, aber natürlich auch andere Regionen) den Tod _eines_ bekannten Menschen für wichtiger befindet, als das hunderttausender Unbekannter überall auf der Welt oder in ihrer unmittelbaren Umgebung sehe ich schwarz.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Tote Musiker

Jetzt habe ich noch einen toten Musiker in meiner Musiksammlung: Suzan Tamim(سوزان تميم), eine libanesische Sängerin. Außerdem gibt es da noch 2Pac. Tamim habe ich durch diesen Bericht auf Al Jazeera gefunden. Ich überlege mir langsam das Tag "tot" für meine Sammlung einzuführen.

Dienstag, 16. Juni 2009

Schulstreik

Morgen ist Schulstreik. Hier in Baden - Württemberg ist das zwei Tage vor der zentralen Klassenarbeit in Mathematik natürlich sehr gut getimed. Anscheinend gehen viele Schüler auf die Demos um unterrichtsfrei zu haben. Ob wirklich alle wissen, wofür sie da demonstrieren, bezweifle ich. Auch die Homepage der Streiktreibenden wirkt doch eher links- als schülermotiviert (siehe einige der Motive und Slogans).
Wie man lesen kann stehe ich dem Streik recht kritisch gegenüber. Da die Streikwebsite keine konkreten Ziele auflistet, greife ich auf diese Splittergruppe zurück, welche unter anderen folgende Ziele formuliert:
  1. Eine Schule für alle – weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
  2. Kostenlose Bildung für alle – von der Kita bis zum Studium
  3. Mehr Lehrer_innen, kleinere Klassen
  4. Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die schulen
  5. Gegen Schulzeitverkuerzungen wie dem G8-Abitur
  6. Schluss mit Repressionen gegen Schüler_innen
  7. Füreine Demokratisierung des Bildungssystems
(ohne Rangfolge nach Priorität, Rechtschreibung korrigiert)
Zu 1: Wenn man Bildungsbedingungen verbessern will, warum verschlechtert man sie zuerst? An einer Einheitsschule gibt es eine Unterforderung besserer und Überforderung schlechterer Schüler, wenn man das Mittelmaß als Standardniveau nimmt. Nimmt man ein niedrigeres, welches niemanden überfordert, so kann man die Schule gleich ganz sein lassen. Meiner Meinung nach sind Schüler zwar gleichwertig aber nicht gleich (in ihrer Leistung), weshalb Schulen, die unterschiedliche Leistungstandards haben wohl schlussendlich gerechter sind.
Zu 4: Dann bitte auch der den Einfluss Politik. Offensichtlich nehmen linke Gruppen in diesem Streik starken Einfluss auf die Schule.
Zu 7: Ich bin im Allgemeinen ein Freund von Demokratie, aber ich zweifle wegen den folgenden Gründen, ob diese in der Schule durchsetzbar ist:
  • Viele Schüler interessieren sich wenig bis kaum für ihre Schule. Demokratische Abstimmungen an der Schule könnten Wahlbeteiligungen wie die Europawahl haben.
  • Führen die Abstimmungen zu sinnvollen Ergebnissen? Sollen Fünftklässler für den Bau eines Spielplatzes die Oberstufe um den neuen Computerraum bringen? Oder soll umgekehrt der neue Oberstufen - Billardtisch wichtiger sein als die Nachmittagsbetreuung der Jüngeren sein, deren Eltern arbeiten? Ich denke Lehrer und Elternbeirat fällen diese Entscheidungen besser als Schüler.
In den anderen Punkten hat der Schulstreik natürlich recht: Schulzeitverkürzung und Lehermangel sind eine Gefahr für die Bildung. Schade, dass wichtige Ziele für Schulschwänzen und linke Politik missbraucht werden. Hoffen wir dennoch, dass dies nicht allzusehr auffällt.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Die Zukunft ist fuzzy

Dieses Buch habe ich während meiner Ferien endlich mal genauer durchlesen können. Bart Kosko beschreibt in dem Werk für Anfänger verständlich (was nicht jedem Buch über dieses Thema gelingt) die Grundlagen der fuzzylogischen Denkweise. Vor allem die ersten beiden Teile, in denen konkrete Themen wie Fuzzy - Staaten und unscharfe Wissenschaft beschrieben werden, geben einen guten Einblick in die Materie. Dazu bringt einen der Schreibstil Kosko's gewissermaßen dazu, bei der Lektüre der Kapitel selbst zu beginnen unscharf zu denken.
Leider macht das Buch in Teil 3 ("unscharfe digitale Kultur") einen Sprung in abstraktere Bereiche wie unscharfe Computerkunst. Die bisher gelernten Konzepte werden durch diesen plötzlichen Anstieg stark strapaziert. Erst das letzte Kaptitel, "Der Himmel in einem Chip", ist wieder besser verständlich, obwohl es noch eines der Anspruchvollsten im Buch ist.
Alles in allem kann ich dieses Buch jedem weiterempfehlen, der sich mit einer anderen Form der Logik auseinandersetzten will. Wer jedoch konkrete Anleitungen oder wenigstens Hinweise auf die Implementierung von Fuzzy System sucht, wird hier nicht fündig werden.