Krise im Iran? Das reicht für eine Meldung in der Tagesschau mit Korrespondentenbericht. Schweine- und Vogelgrippe? Eine normale Meldung reicht. Michael Jackson stirbt? OH MEIN GOTT!!!1111einself! Da muss mindestens eine fünfminütige Meldung und eine Sondersendung rein; außerdem viele Zeitungberichte und Stars die betroffen von ihrer innigen Freundschaft zu Jackson erzählen. Wikipedia geht fast in die Knie und laut heise.de beschäftigen sich 15% aller Tweets mit Jackson (5% in Hochzeiten der Proteste im Iran bzw. diverser Epidemien). Jeder meiner Newsfeeds (u.A. ARD, BBC, Al Jazeera und Telepolis) hat mindestens eine Erwähnung über ihn.
Warum erregt sein Tod mehr Aufmerksamkeit als Kriege, Seuche, Aufstände, Lebensmittelskandale, Politik oder Naturkatastrophen (wer interessiert sich momentan z.B für Bayern oder Österreich, wo es Überschwemmungen gibt?)
Alldiese Beispiele können einen selbst und andere wohl deutlich mehr betreffen als der Tod eines Popstars. Wenn die Welt (bzw. hier vorallem Amerika und Europa, aber natürlich auch andere Regionen) den Tod _eines_ bekannten Menschen für wichtiger befindet, als das hunderttausender Unbekannter überall auf der Welt oder in ihrer unmittelbaren Umgebung sehe ich schwarz.
3 Kommentare:
Das regt mich auch momentan etwas auf, über die Schweinegrippe hört man fast gar nichts mehr aber stirbt der "King of Pop" oO hagelt es Trauerbekundungen..
Ach komm schon. Du magst ja Recht haben. Hunderttausende leiden unbeachtet und Michael Jackson bekommt die ganze Aufmerksamkeit. Klar, das wirkt befremdlich. Aber du musst bachten, dass Michael Jackson immer eine Person der Öffentlichkeit und beliebtes und auch oft berechtigtes Ziel der Skandal-Presse war. Aber Michael Jackson war doch trotzdem irgendwo stilbildend. Ich mag seine Musik nicht, aber irgendwo war er für Millionen Menschen ja doch eine Art... naja, nicht Vorbild... aber doch ein gewisser Punkt im Leben, der ihnen wichtig war. Immerhin war er rein technisch-musikalisch/showmäßig gesehen ja auch sehr versiert. Genauso wie Bob Marley (bin ja selbst sehr begeisterter Hörer von Bob Marley). Wenn also Überschwemmungen hunderttausende Menschen betreffen, dann ist Michael Jackson ja doch eine andere Größenordnung, da sich viel mehr Menschen für ihn interessieren als für Überschwemmungen (ich will nicht sagen, dass ich das gutheiße). Und du musst bedenken, dass man über die Überschwemmungen auch morgen noch berichten kann. Michael Jackson wäre morgen schon wieder uninteressant.
Ich will nicht sagen, dass ich das gutheiße, wie die Presse mit Neuigkeiten umgeht und was die "Menschheit" an Interessen hat. Ich will nur sagen, dass es in gewisser Weise verständlich ist, wie solche Neuigkeiten gehandhabt werden, da die Presse sich ja zumindest ein wenig nach den Interessen der "Menschheit" richten muss, um sich selbst am Leben erhalten zu können. Und du willst doch nicht wirklich behaupten, dass ARD heutzutage noch zu den meinungsbildenden Sendern zählt, oder?
Persönlich interessiert mich Michael Jacksons Tod einen Scheißdreck und ich mache immer noch und gerade jetzt öffentlich Witze über ihn, ich gebe es zu. Und ja, ich stimme dir zu, dass die moderne Presse irgendwo falsche Prioritäten hat. Aber du solltest das vielleicht nicht der Presse zuschreiben, sondern der Allgemeinheit. Und über die ist ja ohnehin bekannt,d dass sie kein Niveau hat.
@Lightmaster:
Gegen die Presse sage ich nichts, das Publikum, welches das Programm fordert, ist das Problem. Aber du hast schon recht, was ich gern hätte ist utopisch.
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